Man kann vor Ehrfurcht nur noch auf die Knie fallen, wenn man die heutige Generation Alpha in ihrer vollendeten, fast schon majestätischen Ignoranz beobachtet. Diese kleinen, von bunten TikTok-Bildchen weichgekochten Gehirne haben es tatsächlich geschafft, die Errungenschaften von Jahren technologischer Evolution auf das Niveau einer Rassel für Kleinkinder herunterzubrechen.

Für diese evolutionären Sackgassen ist das Smartphone kein Werkzeug, sondern eine angewachsene Prothese, und ihre gesamte digitale Weltanschauung schrumpft auf ein einziges, mickriges Symbol zusammen: diese drei leuchtenden Balken im Display.

Wir Millennials, die glorreichen Überlebenden des Wählton-Zeitalters, erinnern uns mit Schaudern und Ehrfurcht an bleischwere PC-Tower, kreischend quietschende Modems und die ständige panische Angst, dass irgendein degeneriertes Wesen im Haushalt zum Telefonieren abhebt und das Tor zur digitalen Welt in einer Zehntelsekunde in die ewigen Jagdgründe schickt. Wir wissen, was ein Computer ist und wir besitzen einen tiefen, fast religiösen Respekt vor physischen LAN-Kabeln, diesen dicken, grauen Ethernet-Strängen, die man mit lautem Klicken in die Buchse rammen musste.

Wenn bei diesen technischen Analphabeten dieses WLAN-Zeichen leuchtet, setzt im Kopf der Instant-Sieg ein. Dass das Signal im Grunde nur bedeutet, dass sie mit einer völlig nutzlosen Plastikkiste in der Ecke des Zimmers verbunden sind, die genauso gut an einer Kartoffel als an einer Datenleitung hängen könnte, übersteigt die kognitive Kapazität dieser Spezies bei Weitem.

Man müsste diesen Menschen eigentlich die absoluten Basics einprügeln: WLAN steht verdammt noch mal nur für Wireless Local Area Network, ist also nichts weiter als die kabellose Hundeleine für Daten im eigenen Zimmer. LAN, Local Area Network, ist derselbe Spaß in stabil und mit Kabel. WAN, Wide Area Network, ist dann der tatsächliche Schritt vor die Tür, der Übergang in das weite, weltumspannende Netz.

Das eigentliche Internet ist der Elefant - das gigantische, globale Netzwerk, das völlig unabhängig von deinem popeligen Heimnetzwerk existiert, während dein Router im Zimmer lediglich die staubige Pforte dorthin bewacht.

Als wäre das noch nicht genug des Irrsinns, springen inzwischen sogar die milliardenschweren Plattformriesen des Internets auf diesen peinlichen Zug auf! Da werden bunte Bildchen und Werbebanner entworfen, die unterschwellig genau diesen Schwachsinn befeuern und dem unbedarften Nutzer weismachen, WLAN sei der direkte, gottgleiche Zugang zu allem. Statt aufzuklären, werfen auch die großen Plattformen mit Begrifflichkeiten um sich, die an eine intellektuelle Bankrotterklärung grenzen.

Hier die Gegendarstellung: Das Ding mit den "four letters", WLAN, ist und bleibt nur der lokale Kurzstreckenfunk. Man muss hier auch gar nicht erst auf technische Details wie TCP, IP oder UDP eingehen, oder diverse andere Protokolle erwähnen. Das würde die spärliche Intelligenz der heutigen Generation ohnehin bei Weitem übersteigen.

Trotz dieses bitterbösen Blickes auf das digitale Unwissen der Jugend und der Profitgier der Plattformen muss man sich eingestehen, dass die Realität des Alltags einem stetigen Wandel unterliegt. Letztlich zeigt sich hier, dass Sprache eben im Wandel ist. Auch wenn technisch Welten zwischen WLAN und dem echten Internet liegen, spielt dieser Unterschied im Alltag der jüngeren Generation kaum noch eine Rolle. Sie navigiert selbstverständlich durch eine Welt, in der Plattformen für Hotels, Ferienwohnungen, Kurzzeitvermietungen und ähnliches die Begriffe ebenfalls munter miteinander verschmelzen und die Unterscheidung zwischen dem lokalen Funksignal und dem weltweiten Netz einfach keine Relevanz mehr hat.