In Russland stehen im September Wahlen an. Und ausgerechnet eine Partei, die übersetzt einfach nur „Apfel“ heißt Jabloko, sorgt gerade für gewaltigen Wirbel. Der Grund: Sie ist die einzige zugelassene Partei, die ganz offen Nein zum Krieg gegen die Ukraine sagt.

Genau das will eine andere, extrem kremltreue Partei namens Rodina („Heimat“) jetzt verhindern. Sie hat geklagt, damit Jabloko komplett von der Wahl gestrichen wird. Der Vorwurf: Angeblicher Verrat und falsche Finanzierung.

Warum junge Menschen vor Gericht warten

Vor dem Obersten Gerichtshof in Moskau hat sich deshalb eine lange Schlange gebildet. Vor allem viele junge Leute sind gekommen. Sie rufen den Parteinamen und wollen zeigen: Wir lassen uns nicht die letzte echte Wahlmöglichkeit nehmen.

Weil Protest im Internet in Russland richtig gefährlich ist und schnell mit hohen Geld- oder sogar Haftstrafen endet, nutzen viele User ein einfaches Zeichen: Ein kleines grünes Apfel-Emoji 🍏 in den sozialen Netzwerken.

Ein Kreuz als leiser Protest

Die Parteiführung von Jabloko ruft dazu auf, genau diesen legalen Weg zu nutzen: Einfach ins Wahllokal gehen und das Kreuz an der Stelle zu machen, die für Frieden steht. Ob der grüne Apfel am Ende aber wirklich auf dem Stimmzettel bleibt, entscheidet jetzt das Gericht.

Quelle: tagesschau.de (Bericht von Eberhard Nembach, ARD-Studio Moskau)